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Stadt der Vielfalt

Soziale Stadt

Die Stadtteile, die im Programm ‚Soziale Stadt’ gefördert werden, sind von unzureichenden Wohnverhältnissen, einer defizitären sozialen und kulturellen Infrastruktur und schlechter verkehrlicher Anbindung geprägt. Die Menschen, die dort leben, sind überproportional von Transfereinkommen abhängig, haben häufig einen Migrationshintergrund und sind im gesamtstädtischen Vergleich eher jung.

Solche vielfältigen baulichen und sozialen Problemlagen erfordern es, Lösungsansätze auf verschiedenen Ebenen  zu suchen. Das Programm ‚Soziale Stadt’ verfolgt einen integrierten Handlungsansatz der Stadterneuerung mit ressortübergreifenden Handlungsstrategien. Dazu gehören: Stadterneuerung, Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik, Wirtschaftsförderung, Wohnungspolitik, soziale und kulturelle Infrastruktur, Integration/Zusammenleben im Stadtteil, Schulen im Stadtteil, stadtteilbezogene Gesundheitsförderung, Kriminalprävention und Stadtteilmarketing/Imageverbesserung.

Image positiv wenden und Identifikation mit dem Stadtteil schaffen

Die Umsetzung integrierter Erneuerungsprojekte beginnt meist mit der Verbesserung des Wohnumfeldes, etwa durch die Neugestaltung von Spielplätzen, Schulhöfen und Grünanlagen. Hinzu kommt der Umbau von Gebäuden, die den Stadtteil prägen, für soziale, kulturelle und gewerbliche Zwecke sowie die Gestaltung privater Haus- und Hofflächen. Dafür erhalten Immobilieneigentümer finanzielle Anreize. Im Sinne einer nachhaltigen Erneuerung der Stadtteile sind öffentliche Interventionen nur gemeinsam mit Privaten (insbesondere Wohnungsunternehmen) durch den gebündelten Einsatz privater und öffentlicher Investitionen erfolgversprechend.

Nur, wenn die Menschen es deutlich und sichtbar spüren, dass ihre Lebensverhältnisse sich verbessern, ist eine nachhaltige Erneuerung von Stadtteilen möglich. Dazu gehört auch, das negative Image des Stadtteils positiv zu wenden. Erfahrungen zeigen, dass durch die Identifikation mit dem eigenen Wohnort auch die Verantwortung für den Stadtteil wächst.

Programm Soziale Stadt entstand in Nordrhein-Westfalen

Der ökonomische und soziale Strukturwandel hat seit den 1980er Jahren zunächst in den Ballungszentren Nordrhein-Westfalens zu steigenden Arbeitslosenzahlen in bestimmten Stadtteilen geführt. Inzwischen zeigt sich das Phänomen auch in kleineren und mittleren Kommunen. Dort überlagern sich soziale, bauliche, ökonomische und ökologische Probleme. Um schon frühzeitig auf die Herausforderungen einer zunehmenden sozialräumlichen Polarisierung seiner Städte reagieren zu können, wurde Anfang der 1990er Jahre das Programm ’Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf’ für Nordrhein-Westfalen entwickelt. Nach diesem Vorbild hat der Bund 1999 das Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Die soziale Stadt" aufgelegt.

 

Weiterführende Informationen:

Dortmund Scharnhorst
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