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29.01.2007 | : Landeswettbewerb 2006 des Landes NRW und der Architektenkammer NRW

Junges Bauen für ältere Menschen - Architekten aus Darmstadt und Köln gewinnen den Landeswettbewerb 2006

Düsseldorf. Bauminister Oliver Wittke hat am Montag (29.01.) gemeinsam mit Hartmut Miksch, dem Präsidenten der Architektenkammer Nordrhein- Westfalen, die Preisträger des Landeswettbewerbs 2006 ausgezeichnet. Thema des Wettbewerbs war „Junge Quartiere für das Wohnen im Alter“. Die ersten Preise gehen an das Darmstädter Architekturbüro Florian Krieger und den Kölner Architekten Jan Sternel.

„Die Ansprüche an das Wohnen im Alter ändern sich – sie werden vielfältiger und beziehen auch den Wunsch nach einem attraktiven Umfeld mit ein. Unser Wettbewerb belegt, dass es ausgezeichnete Ansätze gibt, älteren Menschen das Wohnen in den Innenstädten näher zu bringen“, sagte Minister Wittke.

Der Wettbewerb sollte Ideen liefern für zwei zentral gelegene Brachflächen in Münster (Schulstraße) und Düsseldorf (Mindener Straße), die für eine Wohnbebauung von etwa 100 – 300 Wohneinheiten aktiviert werden sollen. Angestrebt wurde eine Kombination von öffentlich gefördertem und freifinanziertem Wohnungsbau. Die Wettbewerbsteilnehmer sollten qualitätsvolle Lösungen für das Wohnen in der Innenstadt entwickeln, die gerade für ältere Menschen attraktiv sind. Dazu gehören unterschiedliche Wohnangebote an der Schnittstelle von Wohnen und Pflege und auch gemeinschaftliche Wohnformen.

„Der Bedarf an attraktiven Wohnungen für ältere Menschen in städtischer Lage wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen“, prognostizierte Kammerpräsident Miksch. „Die heute ausgezeichneten Arbeiten zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass moderne Wohnangebote für ältere Menschen in städtischen, gemischten Nachbarschaften nichts mehr mit dem ‚Seniorenwohnen’ vergangener Jahre zu tun hat.“

Zu dem Landeswettbewerb hatten sich 400 Büros beworben, von denen je 35 pro Standort zur Teilnahme am Wettbewerb aufgefordert wurden. Die Investoren haben für beide Bauvorhaben zugesagt, den Auftrag an die Preisträger zu vergeben.

Zu den Wettbewerbsprojekten:

Düsseldorf:

Auslober für den Wettbewerb waren das NRW-Bauministerium, die Stadt Düsseldorf und die vivico Real Estate GmbH (Investor); die Architektenkammer NRW begleitete das Verfahren als Kooperationspartner. Für das ca. 30 000 m2 große Grundstück an der Mindener Straße im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk interessierten sich insgesamt 186 Architekturbüros.

Unter den 35 Teilnehmern wählte die Jury unter Vorsitz von Prof.. Kunibert Wachten als Preisträger aus:

1. Preis: Architekt Florian Krieger, Darmstadt

2. Preis: Niemann + Steege, Düsseldorf

mit: Weidinger Landschaftsarchitekten, Berlin sowie IBAS Ingenieurgesellschaft für Bauphysik, Akustik und Schwingungstechnik mbH, Bayreuth

3. Preis: Blauwerk Architekten Kern und Schneider, München

mit: Landschaftsarchitektin Doris Grabner, Freising

4. Preis: Jastrzembski Kotulla Architekten, Hamburg

Anerkennungen erhielten die Arbeiten der K9 Architekten Borgards-Lösch-Piribauer (Freiburg) und der Architekt Uwe Stephan-Jasper (Köln).

In der Beurteilung der Jury des 1. Preises (Preissumme: 15 000 €) von Florian Krieger heißt es:

„Die Arbeit zeigt eine in sich schlüssige städtebauliche Konfiguration, die sich dem gründerzeitlichen Bestand gut zuordnet. Die durchaus urbane Grünfläche gibt dem Quartier als zentraler Park Identität und besondere Aufenthaltsqualität. Fast alle Wohnungen sind barrierefrei. Gut geschnittene größere Wohnungen erlauben individuelle moderne Wohnformen.“

Münster:

Das Grundstück an der Schulstraße hat eine Gesamtfläche von 9 300 m2. Es liegt im gründerzeitlich geprägten historischen „Kreuzviertel“ der Stadt Münster. Auslober für den Wettbewerb waren das Bauministerium in Kooperation mit der Architektenkammer und der Stadt Münster. Als Investoren konnten die Wohn + Stadtbau Wohnungsunternehmen der Stadt Münster GmbH, die WGM Wohnungsgesellschaft Münsterland mbH und die GWN Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Nordwestdeutschland GmbH gewonnen werden.

Folgende Projekte erhielten Preise:

1. Preis: Architekt Jan-Röttger Sternel, Köln

2. Preis: Architekturbüro Fritzen + Müller-Giebeler, Ahlen

3. Preis: Böwer Eith Murken, Freie Architekten, Freiburg

mit: AG Freiraum, Freiburg

3. Preis: Berg Planungsgesellschaft mbH & Co. KG, Münster

mit: brandenfels landscape + architecture, Münster

Anerkennungen wurden ausgesprochen für die Arbeiten des Architekturbüros Harter + Kanzler (Freiburg) sowie die Arbeitsgemeinschaft Architekturbüro Baumewerd (Münster) mit Pfeiffer-Ellermann-Preckel GmbH (Lüdinghausen) sowie Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH (Dülmen-Rorup).

Zur Arbeit von Jan-Röttger Sternel (Preissumme für den 1. Preis: 10 000 €) erklärte die Jury:

„Im Wechselspiel zwischen geschlossener Straßenrandbebauung und Öffnungen zum Innenhof sind die Baukörper spannungsvoll gesetzt. Ein neuer Baukörper, in dem die Künstlerateliers untergebracht sind, schirmt die Wohnbebauung zur Grevener Straße ab. Das Atelierhaus erhält genügend Tiefe für die Ausbildung des vorgeschlagenen Künstlerhofs, in den vorhandene Bäume integriert werden. Die Fassaden bieten eine zeitgemäße Interpretation des gründerzeitlichen Stadthauses.“


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