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20.10.2005 | : Neu für NRW-Autobahnen: Internetangebot prognostiziert Reisezeiten und schlägt Alternativen vor

Das landeseigene Internet-Angebot www.autobahn.nrw.de kann ab sofort Reisezeiten auf den Autobahnen von NRW berechnen und für ausgewählte Strecken Alternativrouten vorschlagen. Den Startschuss für die Ausweitung des Angebotes gab heute (20.10.) NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke zusammen mit Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen und Straßen.NRW-Direktor Henning Klare in Duisburg. „Vor Fahrtantritt können sich die Verkehrsteilnehmer jetzt ein noch genaueres Bild von der aktuellen Lage auf den Autobahnen in NRW machen“, sagte Wittke. „Sollte es beispielsweise einen Stau geben, bietet das System dem Autofahrer ab sofort eine Alternativroute mit entsprechender Reisezeit an“, erläuterte Wittke die Neuerung. Und er wagte einen Blick in die Zukunft: „Auch Baustellen und ihre Auswirkungen auf die Verkehrsabläufe werden künftig in die Berechnung der Prognose eingebaut. Zudem wollen wir langfristige Verkehrsprognosen ermöglichen, so dass für jede Stunde eine Woche im Voraus die Verkehrslage dargestellt werden kann.“

Der Internetdienst steht seit drei Jahren zur Verfügung. 200.000 Autofahrer rufen täglich die am Physik-Lehrstuhl von Prof. Dr. Michael Schreckenberg, Universität Duisburg-Essen, innerhalb eines Forschungsvorhabens entwickelten Seiten auf. Der WDR nutzt das Angebot, um seine Verkehrsmeldungen zu kontrollieren. Bislang stellt www.autobahn.NRW.de die aktuelle Verkehrslage auf den NRW-Autobahnen dar und prognostiziert die Lage für die kommenden 30 und 60 Minuten. Neben der Universität gehören der Landesbetrieb Straßenbau NRW und die Bezirksregierung Köln mit ihrer Verkehrsleitzentrale zu den Projektbeteiligten.

„Die Verkehrslage, die der Nutzer von „autobahn.NRW.de“ sieht, ist das Ergebnis einer Simulation der Verkehrsabläufe“, erklärt Prof. Schreckenberg den Kern des erfolgreichen Internetdienstes. „Die Fahrzeuge werden mit ihren Bewegungen in einem Simulationsmodell nachgebildet. Da ist festgelegt, wie die Fahrzeuge beschleunigen, abbremsen, abbiegen oder überholen.“ Grundlage der Verkehrssimulation ist die detailgetreue Abbildung des Autobahnnetzes in einer digitalen Straßenkarte, einschließlich aller fahrgeometrischen Beziehungen wie etwa Tangenten, Rampen, Verzögerungs- und Beschleunigungsspuren.

Zweiter, ebenso wichtiger Bestandteil sind die rund 2500 automatischen Datenerfassungsanlagen auf den Autobahnen, die das Simulationsmodell nutzt. Diese Anlagen stellen minütlich Informationen über das Verkehrsaufkommen und die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge bereit. „Dadurch ist es möglich, die Verkehrsabläufe im Netzwerk zu berechnen, nachzustellen und zu visualisieren“, so Prof. Schreckenberg. „Aber das Simulationsmodell kann das Verkehrsaufkommen über die vorhandenen Daten hinaus auch auf Streckenabschnitten mit nur unzureichender Datenerfassung nachbilden.“

Auch die Kurzzeit- (30 min.) und Langzeitprognose (60 min.) basiert auf den Daten und Berechnungen zur aktuellen Situation. Die prognostizierte Verkehrslage wird gespeichert und nach 30 bzw. 60 Minuten mit der aktuellen Verkehrslage verglichen. Die Genauigkeit der Prognosen wird in der Karte dann automatisch in Prozenten angezeigt.

Betreiben wird das System in Zukunft der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, kündigte Henning Klare, Direktor von Straßen.NRW, an. Aus der Verkehrsrechnerzentrale in Leverkusen von Straßen.NRW kommen auch die Daten, die von den Datenerfassungsanlagen geliefert und in das System eingespeist werden. „Diese Daten brauchen wir für unsere Betriebsplanung. Denn wenn wir auf der Strecke arbeiten, müssen wir wissen, wann dort welche Verkehrsbelastungen sind. Straßen.NRW verfolgt das erklärte Ziel, bei Bau- und Unterhaltungsarbeiten möglichst wenig Staubelastung für den Kunden Autofahrer zu verursachen“, so Klare. Bei zunehmendem Verkehr werde aber auch die Verkehrslenkung durch Telematik und die Information der Verkehrsteilnehmer immer wichtiger.

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