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08.11.2005 | : NRW-Verkehrsminister Wittke erteilt neue Genehmigung für Flughafen Düsseldorf

Mehr Starts und Landungen – neues Kontrollsystem und verbesserter Lärmschutz

Düsseldorf.
NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke hat heute (8.11.) eine neue Betriebsregelung für den Düsseldorfer Flughafen vorgestellt. Sie sieht eine Erhöhung der Zahl von Starts und Landungen vor, schreibt zugleich aber auch ein wirkungsvolleres Kontrollsystem für den Airport sowie Verbesserungen für den Lärmschutz im Interesse der Anwohner vor. Die Genehmigung soll am 9.11. in Kraft treten, erklärte Wittke in Düsseldorf.

„Ich bin stolz darauf, dass die neue Betriebsregelung so zügig genehmigt werden kann. Sie trägt den berechtigten Interessen der Flughafenanlieger ebenso Rechnung wie der Notwendigkeit weiterer flugbetrieblicher Expansion und den rechtlichen Vorgaben des Angerland-Vergleichs“, sagte Wittke.

Im Linien- und Charterflugverkehr sind ab Inkrafttreten der neuen Genehmigung täglich zwischen 06:00 und 22:00 Uhr an acht Stunden 45 statt bisher 38 Flugbewegungen pro Stunde zulässig. In dieser Zeit dürfen die Haupt- sowie die Parallelbahn genutzt werden. In den verbleibenden acht Betriebsstunden sinkt die Zahl der Flugbewegungen auf 40 pro Stunde. Die Parallelbahn muss dann geschlossen bleiben. Sollte der Flughafen mit nur einer Start- und Landebahn mehr Flugbewegungen bewältigen können, sind ebenfalls höchstens 45 Bewegungen möglich.

Die Zahl der Landungen in der Zeit von 22:00 bis 23:00 Uhr wird ebenfalls neu geregelt und vereinfacht: Sie steigt von derzeit 15 Landungen pro Stunde im Winter und 25 im Sommer auf einheitlich 36. Das sind weniger als die von der Flughafengesellschaft beantragten 45 Landungen in den späten Abendstunden. Die derzeit geltende, bis zum Jahr 2007 befristete Nachtflugregelung ändert sich durch die jetzige Entscheidung nicht: Planmäßige Nachtstarts mit Jets sind nach wie vor nicht zugelassen.

Maximal zulässig sind künftig 131 000 statt bisher 122 176 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten zwischen Ostern und Herbst. Tatsächlich wird der Flughafen künftig rund 118 000 statt bisher 114 000 Bewegungen abwickeln können.

Zum Schutz der Anwohner wird der Flughafen Düsseldorf GmbH auferlegt, zusätzliche Schallschutzmaßnahmen in den Tag- und Nachtschutzgebieten zu finanzieren. Neu eingeführt wird außerdem ein Kontrollsystem für die Flugbewegungen. Alle geplanten Starts und Landungen müssen eine Woche im Voraus angemeldet werden und können dann anhand von Flugtagebüchern und Aufzeichnungen vom Verkehrsministerium überprüft werden.

Etwa 23 000 schriftliche Einwendungen und 60 Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange wurden im Vorfeld der neuen Regelung ausgewertet und bearbeitet. Wittke betonte, er halte die Genehmigung für „gerichtsfest“.

Der Angerlandvergleich von 1965 sieht vor, dass die Hauptlandebahn des Düsseldorfer Flughafens nicht verlängert werden darf. Er verhindert die volle Nutzung der zweiten Start- und Landebahn, die nur als Ersatzbahn und in Zeiten des Spitzenverkehrs eingesetzt werden darf. Unterzeichner des Vergleichs waren unter anderem die Stadt Düsseldorf, die ehemaligen Angerland-Gemeinden, der Flughafen Düsseldorf und das Verkehrsministerium als Genehmigungsbehörde.

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